Warum muss man sich überhaupt um einen Studienplatz bewerben?

Eigentlich wäre es ein schöner Traum: Mit dem Abitur in der Tasche und deinem Traumstudiengang im Kopf gehst du zum Studierendensekretariat deiner favorisierten Universität, lässt dich einschreiben und verlässt die Uni mit dem Studentenausweis und Info-Materialien für den Studienbeginn in der Hand. Aber Traum und Realität sind nunmal verschiedene Dinge.

Denn nicht nur du möchtest ein Studium beginnen, sondern auch viele andere Menschen: Im Jahr 2009 waren es rund 420.000 Studienanfänger. Und diese große Anzahl verteilt sich natürlich nicht gleichmäßig auf die zur Verfügung stehenden Studienplätzen – sondern es gibt beliebte (wie Betriebswirtschaftslehre und Maschinenbau) und weniger beliebte Studiengänge (oder hast du schon mal was von Onomastik oder Galloromanischer Philologie gehört?).

Da es also für viele Studiengänge mehr mögliche Studienanfänger gibt als freie Studienplätze, haben die Universitäten und Fachhochschulen ein Bewerbungsverfahren eingeführt, um so Angebot und Nachfrage auf einen Nenner zu bringen.

Durch das Bewerbungsverfahren soll auch sichergestellt werden, dass alle Bewerber um einen Studienplatz gerecht behandelt werden.
Denn die Alternative wäre folgende: Die Universität vergibt die Studienplätze nach dem „First come, first served“-Prinzip und vergibt die Studienplätze in der Reihenfolge, in der sich die Bewerber einschreiben.
Dieses Verfahren wäre bei großen Universitäten wie der Universität Frankfurt / Main, bei der sich zum Wintersemester 2009 / 2010 Bewerber für die zur Verfügung stehenden 3522 Studienplätze interessierten, schon aus Sicherheitsgründen nicht durchführbar: Man stelle sich nur vor, mehrere tausend Menschen drängen sich um ein Büro und wissen, dass jeder in der Schlange, der vor einem steht, der sein kann, der den letzten Studienplatz in dem Studiengang erhält, den man selber studieren möchte.

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